Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Tom Kube - Spitzenkandidat der ÖDP-Berlin für die AGH-Wahl '21 im Interview

Tom Kube - Spitzenkandidat der ÖDP Berlin

Der 25-Jährigen FFF-Aktivist Tom Kube führt die Landesliste der ÖDP-Berlin zur Abgeordnentenhauswahl 2021. Im Interview schildert er seine Beweggründe und Ziele. 

 

ÖP: Wie bist du auf die ÖDP aufmerksam geworden?

 

Tom: Ich interessiere mich schon seit vielen Jahren für Politik im Allgemeinen. Allerdings hat keine der größeren Parteien meine ökologischen Meinungen widergespiegelt. Deshalb habe ich mich aktiv auf die Suche nach Alternativen zum Altbekannten gemacht. Zur Europawahl 2019 bin ich dann durch den Wahl-O-Mat auf die ÖDP gestoßen. Nachdem ich mich dann intensiv mit dem Parteiprogramm befasst hatte,  habe ich bei der ÖDP für mich persönlich die größte Übereinstimmung gefunden. Ich finde das Programm zudem in sich sehr stimmig, einfach „rund“. 

 

ÖP: Du bist seit gut zwei Jahren bei den Klimaschützern von Fridays-for-Future aktiv. Was war nun deine Motivation in die ÖDP oder überhaupt in eine Partei einzutreten?

 

Tom: Ich will als Klimaaktivist nicht nur Forderungen auf die Straße bringen und um gesellschaftliche Aufmerksamkeit für den Klimawandel trommeln. Vielmehr möchte ich auch selbst aktiv die Politik mitgestalten. In der parlamentarischen Demokratie geht dies nunmal über die Parteien. Und eine Partei wie die ÖDP mit der langjährigen Erfahrung und ihren gewachsenen Strukturen scheint mir das geeignetere Umfeld dafür, als beispielsweise eine der jetzt neugegründeten Klima-Parteien.

 

ÖP: das ist interessant! Also zum Beispiel bei radikal:klima mitzumachen wäre nichts für dich gewesen?

 

Tom: Nicht wirklich. Ich habe für mich bei all diesen neuen Parteien keine wirkliche Verbindung finden können. Die ÖDP ist für mich auch deshalb die beste Wahl, weil in vier Jahrzehnten eben bereits sehr viel Intelligenz in die Entwicklung des Parteiprogramms eingeflossen ist. Die Ideen  zum Ökologischen Wandel bei gleichzeitigem Ausbau der demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten konnte ich in dieser Form bei keiner anderen Partei – auch nicht den Neuen – finden.

 

 

ÖP: Nun wurdest du schon kurz nach dem Partei-Eintritt zum Spitzenkandidaten zur Abgeordnetenhauswahl aufgestellt. Was sind deine wichtigsten Ziele für Berlin?

 

Tom: Wir müssen unbedingt die Pariser Klimaziele einhalten. Ich träume von einem Berlin als attraktive Fahrrad-Stadt wie zum Beispiel Amsterdam oder Kopenhagen. Dazu müssen kurzfristig auf den Verkehrswegen die Abstände zwischen Autos und Fahrrädern vergrößert werden. Mittelfristig soll der Autoverkehr in der Innenstadt reduziert werden. Für Pendler aus dem Umland muss es an den großen Regional-Bahnhöfen wie z.B. am Südkreuz verbesserte Möglichkeiten zur kurzfristigen Fahrradmiete geben.  Digitale Lösungen wie Rad-Miet-Apps können hier sehr hilfreich sein.

Die größten CO2-Emissionen in Berlin kommen allerdings aus dem Gebäudebestand. Daher bin ich dringend für eine klimaneutrale Gebäudesanierung.

 

ÖP: Die Berliner FDP stößt nun erneut eine Bebauung des Tempelhofer Felds ein. Wie ist deine Meinung zu diesem Thema?

 

Tom: Das Tempelhofer Feld dient der 3,5 Millionen-Stadt Berlin als wichtige Windschneise und somit als natürliche Klimaanlage. Eine Bebauung würde zur weiteren Aufheizung der Stadt beitragen. Was ich mir vorstellen könnte, wäre aus dem vorhandenen alten Flughafengebäude – das einstmals größte zusammenhängende Gebäude in Europa - einzelne Sektoren als Wohnraum zu gestalten.

 

ÖP: Was sagst du zur Neu-Eröffnung des Großflughafens BER? 

 

Tom:. Der BER ist ein Desaster. Kein Bauprojekt hat soviel Steuergeld verschlungen wie dieser Fughafen, den wir mitten im Klimawandel nicht gebrauchen können. Unsere Klimaziele rücken mit dem neuen Flughafen in weite Ferne,  insbesondere weil der flugspezifische CO2-Ausstoß die Umwelt vielfach stärker belastet als bodennaher CO2-Ausstoß. Der Corona-Rettungsschirm für die Lufthansa wie der ganze BER-Neubau war eine glatte Bruchlandung für den Klimaschutz. Mittelfristig sollte der Flugverkehr durch eine CO2-Steuer und Abschaffung aller Subventionen unattraktiver und somit reduziert werden. – Kurzfristig könnten Anbieter von Flugtickets verpflichtet werden, ihren Kunden eine CO2-Kompensationsabgabe anzubieten. Damit würden die Menschen auf den wahren Preis ihres Verhaltens aufmerksam gemacht und hoffentlich umdenken.

Und überhaupt: Inlandsflüge sind nur für Bienen!

 

ÖP: Wie fühlt es sich an als Spitzenkandidat gewählt zu sein?

 

Tom: Ja ich denke das war ein ungewöhnlicher Start mit dem Katapult. Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst und denke, dass ich in die Aufgabe noch hineinwachsen muss und traue mir das auch zu.  

 

ÖP: Wie willst du Wählerinnen und Wähler von der ÖDP überzeugen?

 

Tom: Als Physiotherapeut bin ich tagtäglich hautnah mit den Bürgern in Kontakt. In vielen Gesprächen erfahre ich wie sehr die Themen der ÖDP - Klimaschutz, Artenschutz, Sorge um demokratische Strukturen, selbstausbeuterische Wachstumsgläubigkeit – die Menschen beschäftigen. Die ÖDP bietet ein klimagerechtes, gesellschaftsfreundliches Programm. Wir müssen es einfach nur bekannter machen. Dazu werden wir neben klassischen Wahlkampfmitteln auch sehr stark auf Social Media Kampagnen und Online-Formate setzen.

 

ÖP: Lieber Tom, danke für dieses tolle Interview. Wir drücken dir und dem Landesverband Berlin ganz fest die Daumen. 


Portraitfoto von Tom Kube
Die ÖDP Berlin verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen