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Zahl der Verkehrstoten in Berlin steigt dramatisch!

Die ÖDP Berlin verlangt konsequentes Vorgehen gegen Raser

Die stellvertretende Landesvorsitzende Florence von Bodisco

(Berlin/04.03.2017) Während die Zahl der Verkehrstoten in ganz Deutschland im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gefallen ist, ist die Entwicklung in Berlin leider gegenläufig. In der Hauptstadt kamen 56 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, das sind acht mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Berlin sogar auf ein zehn-Jahres-Hoch gestiegen.

Der Berliner Landesverband der Ökologisch-Demokratischen-Partei (ÖDP) macht die zunehmende Aggressivität der Autofahrer sowie das demonstrative Wegschauen des Staates für die Entwicklung in Berlin verantwortlich. Dazu der ÖDP-Landesvorsitzende Manfred Tessin: „Während es im schweizerischen Zürich 87 fest installierte Radaranlagen gibt, sind es im zehn Mal größeren Berlin gerade einmal 20. Mobile Blitzer gibt es in Berlin fast gar nicht. Dabei sind diese transportfähigen Radaranlagen noch effektiver, da Autofahrer ständig auf der Hut sein müssen, wenn die Geschwindigkeitsmessungen an wechselnden Standorten stattfinden. In Brandenburg hat man die Kontrollen mit mobilen Blitzern deutlich ausgeweitet – mit Erfolg. In Brandenburg sank die Zahl der Verkehrstoten vergangenes Jahr um sage und schreibe 32 Prozent!“

Die stellvertretende Landesvorsitzende Florence von Bodisco ergänzt: „Drängelnde und rasende Autofahrer sind in Berlin leider keine Seltenheit. Dieses kriminelle Verhalten darf nicht länger als Kavaliersdelikt angesehen werden, umso mehr, als zu hohe Geschwindigkeit Todesursache Nummer eins im Straßenverkehr ist. Rücksichtslose Autofahrer gefährden insbesondere das Leben der schwächeren Verkehrsteilnehmer. Siebzig Prozent der im Jahr 2016 im Berliner Straßenverkehr Getöteten waren Fußgänger und Radfahrer, darunter viele Seniorinnen und Senioren. Es darf nicht länger das Recht des Stärkeren gelten. Es braucht deutlich mehr Polizeikontrollen, etwa vor Schulen. Ältere und Kinder müssen sich sicher im öffentlichen Raum bewegen können, zum Beispiel mit fußgängerfreundlichen Ampelschaltungen. Darüber hinaus muss der öffentliche Raum zugunsten von Fußgängern und Radfahrern umgestaltet werden. Der Autoverkehr muss aus Berlin zurückgedrängt werden, die Mobilität kann in der wachsenden Stadt nicht mit dem Individualverkehr gestaltet werden. Es braucht darum auch ein deutlich attraktiveres Angebot des ÖPNV, der mit der schnell wachsenden Einwohnerzahl Schritt hält“.

Zu begrüßen sei das Urteil im sogenannten Berlin „Raser-Prozess“, wobei erstmals Raser, die ein Menschenleben auf dem Gewissen haben, wegen Mordes verurteilt wurden.

Die Berliner ÖDP fordert die Bundesregierung überdies auf, die Bußgelder für Verkehrsvergehen deutlich zu erhöhen. In der Schweiz etwa droht Rasern sogar Gefängnis, ebenso können ihre Autos als Tatwaffe konfisziert und zugunsten der Opferhilfe versteigert werden. Das wäre auch in Deutschland ein sinnvolles Vorgehen. Bislang gilt Raserei in Deutschland juristisch als Ordnungswidrigkeit und wird gleich bewertet wie Fahrradfahren ohne Klingel.

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